Wettbewerb auf dem Gasmarkt - findet in Karlsruhe nicht statt!

Die Stadtwerke Karlsruhe stehen dem Wettbewerb grundsätzlich positiv gegenüber. Können Sie ja auch - denn er findet in Karlsruhe nicht statt, bzw. die Stadtwerke lassen ihn nicht stattfinden.

Neuer Gasanbieter in Karlsruhe 19.2.2008

Seit 1.1.2008 gibt es neben e-wie-einfach (Tochter von E.on) einen weiteren Gasanbieter für Karlsruhe.

Die Stadtwerke Konstanz liefern zukünftig Gas in ganz Baden-Württemberg. Wer sich also scheut, den Stadtwerken Karlsruhe die Rechnung zu kürzen findet hier eine Alternative. Faire Energiepreise hat die Preise verglichen. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh/Jahr bezahlt man bei den Stadtwerken Konstanz 1275,41 EUR, bei den Stadtwerken Karlsruhe 1384,76 EUR(1.4.2008) - eine Ersparnis von immerhin 109,35 EUR.

Auch die Vertragsbedingungen sind freundlicher als in Karlsruhe. Die Vertragsbindung beträgt dort 12 Monate mit einer Kündigungsfrist von 2 Monaten, bei den Stadtwerke Karlsruhe beträgt die Bindung 24 Monate mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten.

Preisvergleich:

  • Konstanz Gaspreis 5,55 Cent/kWh brutto
  • Karlsruhe Gaspreis 5,71 Cent/kWh brutto (+3%) Heizgas Sondervertrag
  • Karlsruhe Gaspreis 6,19 Cent/kWh brutto (+11,5%) Tarif 2
  • Konstanz Grundpreis 165,41 EUR/Jahr
  • Karlsruhe Grundpreis 242,76 EUR/Jahr (+47%)

Link zu den Stadtwerken Konstanz

1.2.2007

Die Stadtwerke Karlsruhe haben endlich Wettbewerb, den Sie doch schon solange herbeigesehnt haben.

Ausgerechnet der bisherige Gaslieferant, und auch noch über seine Tochterfirma der Thüga mit 10% an den Stadtwerken beteiligt, E.ON tritt gegen die Stadtwerke an und unterbietet auch noch den Preis.

Hier ist die Pressemitteilung von E.ON. Nicht nur die Gas- auch die Strompreise will E.ON u. a. hier in Karlsruhe unterbieten. Davon ist aber im Verivox-Preisrechner nicht die Rede. Lediglich der Standardtarif wird unterboten.

E.ON verspricht immer der günstigste zu sein. Sollten also die Stadtwerke ihre Preise senken (haha), will E.ON dieses unterbieten. RWE will demnächst mit einem ähnlichen Angebot auftreten.

Dieses Angebot der E.ON Tochter ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Es handelt sich hier um einen riesigen Luftballon, der hoffentlich bald platzt. Die Vertragsbedingungen werden wohl vor Gericht keinen Bestand haben. Die Preise für Strom und Gas sind an die Preise der jeweiligen Versorger gekoppelt. Eine tolle neue Erfindung von E.ON. Das funktioniert genauso wie die (nicht vorhandene) Ölpreisbindung.Fallen die Preise, fällt auch der Preis von E.ON, steigt der Preis, wird auch E.ON automatisch teurer. Eine tolle Sache - für E.ON. Ob die Preise steigen (oder fallen) bestimmt E.ON allein - Klasse! Folglich muß E.ON nicht einmal die Preise kalkulieren. Bei einem Preisunterschied von fast 50% innerhalb der Republik absolut ohne Gewinnrisiko. Ein wirklicher Wettbewerb ist das beleibe nicht, erst wenn neue Anbieter auf den Markt treten, wird sich hier was ändern.

Vielleicht gibt es demnächst auch bei ALDI oder LIDL Strom und Gas zu kaufen. Die wissen wie man mit geringen Margen trotzdem Gewinne einfahren kann.

Rainer Maier

E.on ist an 226 örtlichen Versorgungsunternehmen beteiligt und eine weitere stattliche Zahl wird von E.on mit Strom oder Gas versorgt. E.on bietet Haushalten jetzt bundesweit auch direkt Strom und Gas über die
Tochterfirma E-wie-einfach an und zwar bei Strom um einen Cent/kWh und bei Gas um 0,24 Cent/kWh unter dem Preis des örtlichen Anbieters. Bei Strom liegt E.on damit um etwa fünf Prozent unter dem günstigsten Angebot des örtlichen Anbieters. Allerdings gibt es auf dem Strommarkt durchaus noch günstigere Anbieter. Bei Gas liegt E.on um drei bis neun Prozent unter dem örtlichen Anbieter.
 
Um einen wirklichen Wettbewerb handelt es sich dabei nicht. E.on liefert 65 Prozent des Erdgases im Inland und ist darüber hinaus an 30 Prozent aller Gasversorgungsunternehmen beteiligt. E.on macht mit dem neuen Angebot vor allem seinen eigenen Tochterunternehmen und Abnehmern Konkurrenz. Dabei verfügt E.on über bessere Bezugskonditionen als die örtlichen Verteilunternehmen. Der Einfach-Preis hat nichts mit den Kosten zu tun, weil er unabhängig von den konkreten Kosten an den örtlichen Preis gebunden ist. Dabei dürfte es sich möglicherweise um eine verbotene Preisabsprache handeln. E.on will so den Anschein eines Wettbewerbs erwecken, den es mit diesem Angebot in Wirklichkeit weiter
behindert: Durch überhöhte Netzentgelte und durch ein Geflecht von Beteiligungen. Neue Anbieter müssen künftig nicht nur die örtlichen Anbieter sondern die günstigere Einfach-Konkurrenz unterbieten. Das dürfte deshalb schwierig sein, weil neue Anbieter nicht zu gleichen Bedingungen Zugang zu den örtlichen Verteilnetzen erhalten, wesentlich teurer Strom und Gas einkaufen müssen und auch ohne die gewaltigen Rücklagen operieren. Verbraucher sollten sich nicht mit den geringen Nachlässen abspeisen lassen, sondern die überhöhten Preise kürzen.
Dr. Aribert Peters
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